REHES II

Die zweite REHES-Tagung als digitale Veranstaltung

Am 11. September fand die zweite REHES-Tagung statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie entschlossen sich die Organisatorinnen und Organisatoren vom Observatoire Science, Politique et Société der Universität Lausanne bereits im Sommer, die Tagung in virtueller und zeitlich etwas gestrafter Form durchzuführen. Auch dieses Jahr gaben Forscherinnen und Forscher Einblicke in Projekte, die das Hochschul- und Wissenschaftssystem aus vielen verschiedenen theoretischen und methodischen Perspektiven in den Blick nahmen Programm (PDF, 204 KB). Unter anderem wurden Fragen der Hochschuldifferenzierung, der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Wissenschaft, der Digitalisierung und der Forschungsevaluation in mehreren Beiträgen ausgelotet. Wiederum erwies sich in den Gesprächen, dass der wechselseitige Austausch informativ, für die Einzelprojekte anregend ist und für stärkere Kollaborationen begünstigend ist.

Diskussion des REHES-Positionspapiers und sinnvoller Institutionalisierungsformen

Neben dem Austausch über Forschungsprojekte war auch dieses Jahr Zeit der Diskussion über stärkere Institutionalisierung von Forschung zu Hochschulen und Wissenschaft gewidmet. Als Grundlage für die Diskussion diente dabei das von der REHES-Arbeitsgruppe entwickelte Positionspapier. Dieses Papier identifizierte mögliche inhaltliche Schwerpunkte und Institutionalisierungsszenarien für eine stärkere Integration der Forschunscommunity (Link zum Positionspapier). Die Diskussion widmete sich dabei vorwiegend der Meinungsaustausch zu Institutionalisierungsszenarien. Aus den drei Optionen „dynamisches Netzwerk“, „Fachgesellschaft“ und „Arbeitskreis in bestehender Fachgesellschaft“ wurde von den Teilnehmenden für den Moment klar das erste präferiert. Im Gespräch zeigte sich ein starker Konsens, dass mit einer eher geringen Formalisierung in der Form eines Netzwerkes gestartet werden soll, sodass die Option der stärkeren Institutionalisierung – zum Beispiel in Form einer Fachgesellschaft – zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden kann. Im Herbst 2020 wird deshalb auf der Grundlage des Szenarios „dynamisches Netzwerk“ aus dem REHES-Positionspapier ein konkreter Vorschlag ausgearbeitet, der dann in einer konstituierenden Sitzung umgesetzt werden soll.

Wunsch nach Fortsetzung der REHES-Tagungen und stärkerer Positionierung zu aktuellen Fragen

In der Diskussion zeichnete sich ab, dass das Austauschformat der beiden REHES-Tagungen als sehr guter Ort des Dialogs und der stärkeren Integration der Community betrachtet wurde. Es sollte deshalb unbedingt sichergestellt werden, dass die nationalen REHES-Tagungen im Rahmen der stärkeren Institutionalisierung ebenfalls verstetigt werden können. Weiterhin wurde die Ansicht geteilt, dass die REHES-Gemeinschaft in Zukunft in der Lage sein sollte, sich aus eigener Initiative zu aktuellen und gesellschaftlich sowie politisch relevanten Fragen öffentlich zu äussern. Als Beispiel wurde hierbei insbesondere die aktuelle Corona-Situation und der damit verbundene aktuelle Wandel im Hochschul- und Wissenschaftssystem genannt. Es wurde festgehalten, dass interessierte Tagungsteilnehmer diese Thematik im Anschluss an die Tagung weiterführen werden.