Module B2: Students, Studies, Teaching I
Bildungswege an die Schweizer Hochschulen
Regula Julia Leemann, Fachhochschule Nordwestschweiz
Thematik
Im Rahmen eines vom SNF finanziell unterstützten Projektes {3/2016-8/2019), das ich zusammen mit Prof. Dr. Christian lmdorf leite, untersuchen wir die drei eidgenössisch anerkannten Bildungswege zu den Schweizer Hochschulen - das Gymnasium mit der gymnasialen Maturität, die berufliche Grundbildung mit der Berufsmaturität sowie die Fachmittelschule mit der Fachmaturität. Ausgangspunkt der SNF-Studie ist die Fachmittelschule, deren konfliktreiche Institutionalisierung und deren Etablierung als dritter Bildungsweg an die Hochschulen.
Website
bildungssoziologie.ch/forschung/fachmittelschulen/
Daten
1) Quantitative Längsschnittdaten (LABB) des BFS
2) Qualitative Erhebungen (insbesondere Interviews mit Vertretungen der Bildungsverwaltung, Rektor/innen von Schulen, Lehrpersonal, Schüler/innen und lernenden
3) Dokumente {Lehrpläne, Lehrbücher u.a.)
Dissertationen
Zwei Dissertationen (Raffaella Simona Esposito, Sandra Hafner) vergleichen zwei ausgewählte Berufsfelder der Fachmittelschule (Gesundheit, Pädagogik) mit den funktional äquivalenten Wegen in der beruflichen Grundbildung und im Gymnasium, welche an die Fachhochschule und die Pädagogische führen.
Fragestellungen für den Workshop: «Forschung zu Hochschulen und Wissenschaft in der Schweiz»
Für die lnstitutionalisierungs- und Vernetzungsinitiative des CHESS interessant und relevant sind folgende Fragestellungen, welche die Studie bearbeitet.
1/ Auf welchen {Um-)Wegen gelangen die Schulabgänger/innen der Sekundarstufe I an die drei Hochschultypen {Uni/ETH, FH, PH).
2/ Welche Bildungswege führen wieviele Schulabgänger/innen an welche Hochschultypen?
3/ Welche Bedeutung haben individuelle und strukturelle Faktoren für die Bildungswege an die Hochschulen {Leistungsniveau auf Sek 1, (Sprach-)Region, soziodemografische Merkmale)
4/ Durch welche Lehr-Lernkulturen und institutionelle Selbstverständnisse zeichnen sich die drei Bildungswege aus? Was befördert, was erschwert den Weg an die Hochschulen?
⮕Diese Fragestellungen sind u.a. mit Blick auf den Anspruch an durchlässige Bildungswege sowie im Kontext des Rufs nach mehr tertiär/ akademisch ausgebildeten Fachkräften in der Schweiz relevant.
Forschungsevidenz zum Hochschulsektor aus Sicht der Bildungspolitik und -verwaltung
Stefan Denzler, Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung
Der Beitrag versucht, aus der Perspektive des Bildungsmonitorings einen Überblick über den Bedarf in Politik und Verwaltung an empirischer Evidenz zum Hochschulbereich zu geben. Im Vordergrund steht dabei primär Forschungswissen über die systemischen zusammenhänge und über die institutionelle Dynamik und deren Auswirkungen auf Bildungsverläufe und Outcomes von Hochschulbildung. Zentrale Themen, die einer systematischen Aufarbeitung bedürfen sind neben der Frage der Systemwirksamkeit und der -effizienz auch Querschnittsthemen wie etwa der demographische Wandel, die Internationalisierung der Arbeitsmärkte, die Digitalisierung oder die Migration.
Im Beitrag wird - entlang der für eine Systembeurteilung zentralen Kriterien wie Wirkungen, Effizienz oder Chancengerechtigkeit - dargestellt, in welchen Feldern Forschungsevidenz vorhanden ist und zur Einordnung der deskriptiven Daten, bereits herangezogen werden kann. Es wird dabei auch aufgezeigt, wo Forschungsdesiderata und ein erhöhter Forschungsbedarf bestehen und was man sich von neuartigen Analysen verspricht.
So sind bspw. institutionelle Fragen wie die Mobilität von Studierenden zwischen den Hochschulen sowie den Hochschultypen Gegenstand von Forschung; ebenso die Laufbahnen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Ebenso gibt es zahlreiche Forschungsarbeiten zur sozialen Heterogenität beim Zugang zu den Hochschulen. Hingegen ist die Befundlage ist wesentlich schwieriger bei der Frage nach potentiellen Outcomes der Tertiärbildung. Hier wird in Ermangelung relevanter Massgrössen hauptsächlich auf Arbeitsmarktmerkmale wie Beschäftigung oder Einkommen abgestützt. Zur Beantwortung der Frage nach der Wirksamkeit, aber auch zur Beurteilung, wie relevant gewisse institutionelle Rahmenbedingungen oder Merkmale der Hochschulorganisation sind, müssten etwa auch Längsschnittdaten zu den Studienverläufen ausgewertet werden können
The Signal and the Noise. Returns to Swiss University Degrees after Bologna
David Glauser, Universität Bern
Christoph Zangger, Universität Zürich
Rolf Becker, Universität Bern
Abstract:
Using longitudinal data on university leaver cohorts in the period from 2006 to 2016, we investigate the impact of the Bologna reform on Swiss graduates’ returns to higher education. Drawing on the job market signaling model, we expect lower returns for graduates who enter the labor market with a Bachelor’s degree. Moreover, we expect that the initial wage difference between Bachelor and MA graduates will become less volatile over time, since employers constantly update their beliefs about graduates’ employability. Controlling for selection into employment and a number of different signals sent by the graduates, we find a persistent advantage of a Master’s over a Bachelor’s degree. The new degrees, and especially a Bachelor’s degree, did indeed serve as a noisy signal about graduates’ productivity in the first years of the Bologna process.